Ich habe gegen Aliens gekämpft
Ich habe diese Woche einen Bekannten in Köln besucht, ein paar Stunden in einem Laden verbracht, von dem ich vorher quasi nichts wusste, und am Ende gegen Alien-Insekten gekämpft. Aber von vorne.
Vom Boxen zu Warhammer
Christian habe ich beim Boxen kennengelernt. Wie es in meiner Natur liegt, bin ich recht gesprächig, gehe auf Menschen zu und unterhalte mich gerne. So war es auch bei ihm. Wir sind über Instagram in Kontakt geblieben, und schon damals hat er mir von Warhammer vorgeschwärmt und seine Seite Elite40K gezeigt. Man hat die Passion sofort gemerkt.
Als ich diese Woche die Gelegenheit hatte, habe ich ihn im Warhammer Store Köln besucht. Christian ist dort seit kurzem Filialleiter. Und genau das freut mich wirklich: Jemand, der so für ein Thema brennt, kann sein Hobby zum Beruf machen.

Passion im Laden
Dass er am richtigen Platz ist, merkt man sofort. Ich habe ein paar Stunden dort verbracht, und es kamen ständig Kunden vorbei. Faszinierend war, mit welcher Passion und Freude, aber auch mit welchem extremen Fachwissen er den Menschen bei ihren Anliegen weitergeholfen hat.
Spielen statt Verkaufen
Das Store-Konzept fand ich besonders spannend. Ja, es waren viele Leute da, und ja, es wurde auch gekauft. Aber Christian hat mir erklärt, dass der Laden nicht primär zum Verkaufen da ist. Der Warhammer Store ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und des Spielens. Man kann dort Produkte kaufen, aber für das Unternehmen ist es völlig in Ordnung, wenn die Leute woanders bestellen.
Das ist ein geniales Konzept, das viele Unternehmen in meinen Augen falsch machen. Wir leben im Jahr 2026. Online-Shopping hat seine Daseinsberechtigung. Nicht jeder ist mobil, nicht jeder hat ein Auto. Aber oft sind die Strukturen noch klassisch sales-getrieben, mit Provisionen und Verkäufern, die beleidigt reagieren, wenn man etwas lieber online bestellen möchte, weil man es nicht tragen kann und sie es auch nicht liefern.
Es gibt Flagship-Stores von großen Marken, die trotzdem immer noch in ihrem eigenen kleinen Laden denken. Der Laden selbst muss viel verkaufen, um seine Existenz zu rechtfertigen. Das finde ich sehr vereinfacht und zeigt mal wieder, wie oft KPIs in eine falsche Richtung führen können. Für eine Marke und ihre Unternehmensziele kann es von Vorteil sein, wenn ein einzelner Laden nicht die höchsten Verkaufszahlen schreibt, aber die Marke als Ganzes weiterbringt.
Und für den Kunden ist es auch angenehmer, wenn man keinen Kaufdruck verspürt, sondern erstmal ein willkommener Gast ist. Hier wird das in meinen Augen wirklich mal richtig gemacht. Ein leuchtendes Beispiel.
Warhammer für Ahnungslose
Ich wusste vorher fast nichts über Warhammer. Ich wusste, dass es Figuren gibt, die man bemalt. Das war’s.
Christian hat mir die Grundlagen erklärt. Es gibt zwei große Universen: Age of Sigmar, das ist High Fantasy, und Warhammer 40K, das spielt 40.000 Jahre in der Zukunft. Dann gibt es verschiedene Säulen des Hobbys: Man bastelt die Figuren, bemalt sie, modifiziert sie, und dann spielt man damit.
Meine erste Figur
Bevor es ans Spielen ging, bekam ich eine kleine Figur zum Zusammenbauen. Ausschneiden, zusammenstecken, fertig.

Die Demo: Space Marines vs. Tyraniden
Gespielt haben wir das Warhammer 40K Ultimate Starter Set. Ich konnte mir eine Fraktion aussuchen. Zur Wahl standen die Space Marines, genetisch verbesserte Supersoldaten des Imperiums der Menschheit, und die Tyraniden, eine Alien-Spezies, die wie Insekten aussehen. Ich habe mich für die Space Marines entschieden, Christian hat die Tyraniden übernommen.
Das Spiel ging über ein paar Runden und man musste auch würfeln. Das fand ich schon spannend. Obwohl die Regeln komplex sind, hat auch einiges an Intuition gegriffen. Also wie man strategisch vorgeht. Aber auch dadurch, dass so viel gewürfelt wird und es gewisse Regeln gibt, kann man Strategien vorberechnen, weil das letztendlich Statistik ist. Aber Statistik bedeutet auch Wahrscheinlichkeit und Zufall. Man weiß nie, was wirklich passiert. Und dadurch können lustige Dynamiken entstehen.

Fazit
Ich weiß nicht, ob das Spiel jetzt direkt was für mich ist, aber ich verstehe den Reiz. Ich fand’s spannend. Und es war ein sehr lustiger Mittag bei Christian.